Lichtsetup – Beautylicht

Posted on by on April 23rd, 2014 | 0 Comments »

Beautyset

Aufgabe: Ein schönes Beautyset, möglichst wenig Photoshop

Für ein schönes Beauty Portrait benötigt man weiches Licht. Wir wollten zusätzlich noch wenig Photoshop einsetzen. Es sollte ein Set werden, bei dem man nicht mal eine Vignette mit Photoshop machen muss. Maximal etwas Beatyretusche und den Bildlook über den Weißabgleich bestimmen. Das waren unsere Vorgaben für diesen Lichtaufbau.

Überlegungen zum Lichtaufbau

Wichtig für ein solches Set sind die Lichtformer. Die Lichtformer spielen in der Studiofotografie eine größere Rolle als die Blitzgeräte. Bei Blitzgeräten ist mir persönlich gar nicht mal so wichtig wie stark die Leistung ist, sondern wie weit ich die Leistung nach unten hin regulieren kann. Was nützt mir ein Blitzkopf der Power ohne Ende hat, aber ich ständig bei Blende 8 aufwärts fotografieren muss. Viel mehr Gedanken sollte man sich erst mal um seine Grundausstattung an Lichtformern machen.

Um mit einem möglichst weiches Licht zu arbeiten gibt es zwei wichtige Dinge die ich beachten muss. Je größer der Lichtformer ist, um so weicher wird das Licht. Und je näher die Lichtquelle zu unserem Model steht, desto weicher wird das Licht. Diese zwei Dinge muss ich im Vorfeld schon berücksichtigen bei der Auswahl meiner Lichtformer. Wähle ich für das Lichtsetup einen normalen Standard Reflektor habe ich, auch wenn ich nah an das Objekt ran gehe trotzdem noch eine sehr kleine Lichtquelle, die ohne jeden Difussor mein Model beleuchtet. Dadurch entsteht eine sehr harte Lichtquelle, die ich für diesen Bildlook gar nicht gebrauchen kann.

Welche Lichtformer kamen hier zum Einsatz?

Für das Finale Bild wurden drei Blitzköpfe der Firma Hensel verwendet

  • das Hauptlicht, ein Hensel Expert Pro 500
    mit einer 1,20 Octabox. Bestückt mit Innen und Außendiffusor
  • als Fülllicht kam ein zweiter Hensel Expert Pro 500 hinzu.
    Auch wieder mit einer 1,20 Octabox. Alternativ würde hier auch die Variante mit einem großen Aufheller oder einer Styropor Wand funktionieren.
  • als drittes Effektlicht verwendete ich einen Hensel Integra 250 Plus.
    bestückt mit einem 9″ Reflektor und einer Wabe Nr3

Sehen wir uns das fertige Lichtsetup mal etwas genauer an.

Shot-20140423-190746-788

Für dieses Lichtsetup habe ich mit einer großen Octabox von 1,20Meter Durchmesser begonnen. Ich bin so nah wie nur möglich an das Model ran gegangen. Durch die Nähe und die Größe der Softbox umfließt das Licht schon fast unser Model.

Ein schönes Licht, simple aber gut. Aber noch nicht der gewünschte Effekt. Die Linke Seite des Bildes liegt noch zu weit im Schatten. Das Licht ist schon weich, aber noch nicht so schattenfrei wie gewünscht. Also musste ich die zweite Gesichtshälfte aufhellen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. In meinem Fall, mit einer zweiten identischen Softbox. Alternativ mit einem Aufheller oder einer Styroprwand.

Hier mal die Ansichten des Lichtaufbaus.

Und anschließend das Ergebnisbild. Als erstes ein Foto mit beiden Lampen, anschließend ein Bild nur mit dem Hauptlicht und eines nur mit dem Fülllicht. Schön zu erkennen, wie unterschiedlichen Leistungseinstellungen beider Blitze. Das Hauptlicht wurde auf Blende 5,6 eingemessen, während das Füllicht zwei Blendenstufen dunkler war, als das Hauptlicht.

Trotz dieser großen Lichtquellen, ist der Hintergrund des Bildes immer noch schön dunkel. Fotografiert wurde hier vor einer weißen Wand. Durch den Abstand zur Wand und die Abstrahlrichtung der Softboxen ist fast kein Licht auf den Hintergrund gefallen. Und wenn man sich das ganze mal in der Draufsicht anschaut. So wirklich weit standen die Blitze gar nicht von dem Hintergrund weg. Man merkt also, wenn man sein Licht ordentlich aufbaut, kann man auch eine weiße Wand dunkel bekommen. Man benötigt also nicht immer diverse Hintergründe.

Shot-20140423-190506-746Als letztes fehlte mir noch die gewünschte Vignette. Vorgabe war, diese nicht erst in Photoshop zu basteln. Auch das ist möglich, kostet aber wieder extra Zeit. Und auch hier gilt. Wenn ich mein Lichtsetup mit Bedacht wähle, spare ich mir nachher Zeit in der Nachbearbeitung. Zumal hier die Vignette nur auf dem Hintergrund liegt. Und nicht wie oft in Photoshop über dem ganzen Bild. Das heißt unser Model ist von der Vignettierung nicht betroffen.

Wie habe ich diese Vignettierung erreicht? Mit einem dritten Blitzekopf. Hier kam der kleine Hensel Integra 250 zum Einsatz, bestückt mit einem 9″ Blechreflektor und einer Wabe, der den Lichtkegel wieder etwas bündelte. Durch diese Wabe, und die Entfernung zum Hintergrund kann ich schön die Größe des Lichtspots bestimmen. Der Blitzkopf wird direkt hinter dem Model, unterhalb der Hüfte positioniert und strahlt direkt den Hintergrund an.

Auch hier wieder zur besseren Veranschaulichung ein Bild des Sets, und ein Bild nur mit dem aktiven Effektblitz.

Und zum Schluss noch mal eine Ansicht des fertigen Sets. Alle Blitzköpfe und das fertig gerenderte Foto.

Und wie schaut das ganze als Foto aus?
Hier die fertigen Ergebnisse. Unterschied zu dem gerenderten Bild. Der Weißabgleich wurde in Lightroom etwas korrigiert.

Womit wurde der Lichtaufbau simuliert.

Schon seit längerem nutze ich die Software set.a.light.3D von Elixxier. Dieses Programm nutze ich seit längerem um meine Shootings vorzubereiten, vergangene Shootings wieder zu simulieren, um die Setpläne abspeichern zu können oder um meine Workshops vorzubereiten. Die Software ist mit 149€ Euro wirklich bezahlbar und es gibt Dank Facebook eine große Community zum austauschen vorhandener Set Dateien.

Wer das ganze ausprobieren möchte, kann sich hier die 15 Tage Demoversion des Programmes runter laden. Diese ist voll funktionsfähig und kann jederzeit auf eine Vollversion aktualisiert werden:

Die Setdatei dieses Lichtaufbaus findet ihr unter folgendem Link:

 

Und wenn Euch der Beitrag gefallen hat, freue ich mich über Kommentare. Teilt diesen Beitrag.



Ähnliche Artikel

« E-Book Empfehlung
Reise, reise! – Veranstaltungen im Mai & Juni »

No Comments


Protected by WP Anti Spam