Graufilter in der Portraitfotografie

Posted on by on Juli 4th, 2018 | 0 Comments »

Raus in die Natur und rauf auf den Gotthard Pass

Graufilter gibt es unheimlich viele verschiedene. In verschiedenen Ausführungen, Qualitäten. Als Rundfilter, als Rechteckfilter. Aber darauf möchte ich im einzelnen gar nicht eingehen. Ich möchte gerne zeigen, wie ich in diesem Shooting einen Graufilter in der Portraitfotografie einsetze. Egal ob mit natürlichem Licht, oder sogar mit einer Blitzanlage.

In der Naturfotografie ist es üblich Graufilter einzusetzen. Um Wasseroberflächen zu glätten, um Wolken vorbei ziehen zu lassen, oder sogar um belebte Plätze so lange zu belichten das sie leer erscheinen. Aber das ganze funktioniert natürlich auch in der People Fotografie. Gerade dort machte es meiner Meinung nach sehr viel Sinn diese kleinen Helfer zu nutzen. Wir kaufen oft die teuersten Objektive mit großen Blenden Öffnungen, aber blenden dann Outdoor wieder ab, weil es draußen zu hell ist.

Am letzten Wochenende waren wir in der Schweiz fotografieren. Wir haben dort zwei tolle Modele in verschiedenen Outfits fotografiert. Der Plan war auf dem Gotthardpass verschiedene Aufbauten zu verwenden. Von available light über Blitzanlage waren verschiedene Geräte im Einsatz. Eins war mir von Anfang an aber ziemlich klar. Ich wollte alle Objektive die ich mithatte offenblendig verwenden. Zum Einsatz kamen hauptsächlich das 45mm 1,2 von Olympus und das 40-150 2,8. Beides richtig tolle Objektive die man auch schon gut mit weit geöffneter Blende nutzen kann.

Wir hatten bestes Wetter, eine hochstehende Sonne und wahnsinnig viel Wind. Die Olympus hat eine Synchronzeit von 1/320 Sekunde. Da ich auch mit dem Hensel Porty fotografieren wollte, waren das die ersten Ausgangswerte die ich mir anschaute. Bei der Synchronzeit der Kamera von 1/320 Sekunde kam ich unter diesen Bedingungen auf eine Blende 11 bei Iso 200. Weit weg von offenblendig wie ich es gerne nutzen wollte.

Im Gepäck waren aber verschiedene Graufilter von Manfrotto. ND Filter mit verschiedenen Dichten. Zum Einsatz kamen Schlussendlich hauptsächlich ein ND8 mit der die Belichtung um 3 volle Blenden abdunkelt und ein ND64 der ganze 6 Blenden reduziert. Damit sollte ich ganz gut gewappnet sein.

Hier mal ein Bild der Landschaft, noch ohne Model und ohne Graufilter.

Die Werte bei dieser Aufnahme sind: 1/320 Sekunde, Iso 200 und Blende 11 und zum Einsatz kam das 45mm 1.2. Was man dabei aber deutlich sieht, ist das die ganzen Bergketten nach hinten immer noch sehr sehr scharf sind. Trotz einer recht langen Brennweite von umgerechnet 90mm.

Das finale Foto wurde dann mit dem 40-150mm von Olympus fotografiert. Zwar „nur“ mit Blende 2,8 aber dafür etwas mehr Spielraum bei der Bildgestaltung.

Hier mal zum Vergleich ein Foto mit einer Brennweite von vergleichbaren 55mm und mit einem Graufilter fotografiert.

Die Werte bei dieser Aufnahme waren 55mm bei Blende 2,8 und Iso 200. Auf dem Objektiv war der ND8 Filter der den Lichteinfall um 3 Blendendstufen reduziert. Und so kam ich bei Blende 2,8 auf eine Zeit von 1/640 Sekunde. Was man aber deutlich sieht wieviel plastischer die ganze Aufnahme wird. Die Gebirgskette hinter dem Model wird langsam unscharf, und auch die Kante auf der das Model steht hebt sich deutlich vom Hintergrund ab. Aber trotzdem ist das ganze noch nicht so matschig unscharf das man nicht mehr erkennen kann wo das ganze aufgenommen wurde. Das ist mir immer sehr wichtig.

Es lohnt sich also immer mal wieder Graufilter auszupacken und diese zu verwenden. Ganz raffiniert gelöst finde ich in diesem Zusammenhang das Manfrotto Xume System. Ein Schnellwechselsystem für Filter. Ich bin oft zu faul Filter Adapter und Halter mitzuschleppen. Auf die Kamera zu schrauben und dann noch die Glasfilter in die Halterung zu schieben. Da kommt mir das System von Manfrotto sehr gelegen. Es besteht aus einem Filterhalter der Magnetisch ist, und einem Adapterring am Objektiv. Der eigentliche Filter wird dann nur noch per Magnethalterung an den Filterhalter „geklebt“. Sehr praktisch und vor allem sehr schnell und einfach in der Handhabung. Und durch die verschiedenen Adapterringe auch universell einsetzbar…

Oft sind es gerade diese kleinen Dinge die mir das Leben einfacher machen. Unkompliziert in der Handhabung müssen sie sein. Dann setzt man auch gerne Filter ein.

Aber jetzt erst mal noch ein paar weitere Fotos aus diesem tollen Shooting.

Wer nutzt denn noch alles Graufilter in der Portraitfotografie?

Oder sogar zum blitzen? Anstelle von HSS? Dazu gibt es auch bald ein paar Fotos die ich Euch gerne zeigen möchte. Denn auch ohne HSS kann man Dank Graufiltern offenblendig fotografieren. Funktioniert ganz wunderbar und ist eine richtig tolle Geschichte.

Hier noch mal eine kleine Übersicht über die verwendeten Geräte:

 

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