High Key Portraits

Posted on by on März 29th, 2016 | 1 Comment »

www.thomas-adorff.de - High Key Set

Tolles Licht mit wenig Equipment.

Auch mit wenig Equipment kann man sehr schöne High Key Fotos erstellen. Eine der vielen Möglichkeiten möchte ich Euch heute in diesem kleinen Artikel zeigen. Richtig aufgebaut kann man schon mit einer Softbox tolle Highkey Fotos erstellen. Schritt für Schritt könnt ihr hier nachvollziehen wie ich das Set aufgebaut und fotografiert habe.

Den Anfang bei diesem Set macht eine normale Octabox. In diesem Fall eine 1,50m große Octabox der Firma Hensel mit einem 500 Watt Blitzkopf. Das ganze funktioniert allerdings auch mit jedem beliebigen anderen Blitzgerät. Auch mit Aufsteckblitzen. Jedoch wird der Blitzkopf nicht vor das Model gestellt, sondern genau hinter das Model. Im ersten Schritt bauen wir die Softbox so auf, dass sie genau zur Kamera strahlt und das Model genau davor.

Wie das ganze aussieht könnt ihr hier sehen:

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Man kann nun auf viele Wege das Licht einstellen und einmessen. Ein für mich sehr anschaulicher Weg, den man auch gut in Workshops demonstrieren kann, ist die Einstellung „von hinten, nach vorne“. Das heißt ich beginne eigentlich erst mit dem Licht hinter dem Model. Ziel ist, dass das Licht so hell ist, dass die Schultern leicht überstrahlen, aber die Haare des Models nicht ausfressen, und dort noch genügend Zeichnung vorhanden ist. Das kann man ganz gut auf dem Display beurteilen. Die Arbeitsblende bei diesem Set sollte Blende 5,6 werden. Nicht zu offenblendig, aber auch noch etwas Unschärfe zu den Schultern hin.

Im ersten Versuch, probiere ich dann das Licht so einzustellen, dass das Model im Gesicht noch nicht wirklich viel Licht abbekommt, und nur die Schultern ein weiches Streiflicht abbekommen. Also ganz weiches, zartes Licht von hinten. Hier seht ihr mal die ersten Fotos dazu.

Auf dem ersten Bild noch zu viel Licht von hinten, das Licht zu hart, die Haare kurz vorm überbelichten und im Gesicht schon zu viel Licht. Das ganze aktuell noch bei Blende 8 und etwa ¾ der vollen Blitzleistung.

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Im nächsten Schritt, wurde dann die Blitzleistung so weit runter reguliert, dass man fast einen Scherenschnitt erhält. Dadurch ist das Licht nicht mehr so intensiv und wunderbar weich.

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Aktuell noch mit Blende 8, also den Blitzkopf noch eine Blende runter regeln um auf die gewünschte Arbeitsblende zu kommen. Das ganze Set sieht dann folgendermaßen aus.

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Also noch sehr sehr einfach. Wichtig ist es wirklich nur, darauf zu achten, dass die Haare nicht ausfressen. Je nach Haarfarbe variiert das ganze leicht. Spielen kann man jetzt schön mit der Entfernung vom Model zum Lichtformer. Bewegt sich das Model näher zur Kamera, nimmt die Überstrahlung an den Schultern immer mehr ab. Bewegt sie sich zum Blitz hin, nimmt das überstrahlen langsam zu. Was als nächstes noch fehlt ist unser Licht von vorne. Wir wollen schließlich auch das Gesicht sehen und nicht nur eine Silhouette fotografieren. Dazu gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten. Ein Blitz hochfrontal, zwei Blitze als Lichtzange, einen weiteren Blitz zu dem hochfrontalen Licht um das ganze von unten aufzuhellen usw. Die einfachste Möglichkeit aber ist das ganze mit ein oder zwei Aufhellern. Das ist eine bezahlbare Variante mit der ich viele Möglichkeiten habe mein Licht zu beeinflussen. Außerdem sehe ich damit, gerade am Anfang was sich mit dem Licht alles verändert.

Wie das ganze aussehen könnte seht ihr auf dem nächsten Foto.

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Und den passenden Setaufbau seht ihr in folgender Ansicht.

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Zu der vorhandenen Softbox hinter dem Model kamen zwei Aufheller dazu, die sehr nah an der Kamera und dem Model standen. Die Aufheller wurden V-förmig um das Model herum gestellt, um so auch noch etwas Licht auf die Seiten zu bekommen. Was passiert auf dem Bild? Das Licht blitzt über die Schultern des Model nach vorne zur Kamera. Wird dort von den Aufhellern reflektiert und wieder zurück auf das Model geworden. Man erhält dadurch eine riesen große Lichtquelle, mit einem sehr sehr weichen Licht. Mit dem passenden Make Up braucht man da fast nichts mehr zu retuschieren. Eine weitere tolle Möglichkeit, die man durch die beiden Aufheller bekommt, ist das man wunderbar mit den Reflektoren spielen kann. Eine Wange mehr als die andere aufhellen, eine Wange etwas dunkler… Man kann beginnen das Licht zu steuern. Als Reflektoren benutzte ich zwei Rahmen. Hier z.B. Skylite´s von Lastolite mit einer weißen Bespannung. Oft lieber eine weiße Bespannung, als eine silberne. Die silberne ist mir oft zu intensiv, zu hart. Die goldenen Reflektoren oft zu „gelb“. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er das ganze am liebsten aufhellen möchte, oder was einem am besten gefällt.

Hier noch einmal zur Veranschaulichung das Set in der klassischen Ansicht von oben.

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Wie ihr seht, ist das ganze nicht wirklich eine große Hexerei. Man muss sich nur ein wenig mit dem Licht beschäftigen und das ganze sehr feinfühlig aufbauen. Nicht immer braucht es dazu eine große Anzahl an Blitzen. Ordentlich eingesetzt kann man auch mit wenig Equipment tolle Ergebnisse erzielen. Und deswegen gibt es hier noch ein paar Fotos aus diesem Shooting.

elixxier-Software | set.a.light.3D

Wer das ganze mal selbst ausprobieren möchte, für den habe ich zum einen die Set-Datei für die Software set.a.light.3D hier als Download angefügt. Diese könnt ihr entweder mit set.a.light.3D nutzen, oder aber die kostenlose Demosoftware nutzen.

set.a.light Sedatei High Key Set

Passende Workshops zu dem Thema

Wem das ganze jetzt aber zu theoretisch ist, dem möchte ich meinen Workshop im April in Hamburg ans Herz legen. Dort gibt es am 24. April 2016 einen ganzen Tag lang einen Workshop zum Thema „experimentelle Studiofotografie“. Anmeldungen sind noch möglich und am besten direkt über die Calumet Webseite:

CALUMET WORKSHOP WEBSEITE

www.thomas-adorff.de |Calumet Workshop

Vielleicht sieht man dort ja den einen oder anderen von Euch. Wer bereits Fotos in der Art und Weise erstellt hat kann sie gerne mal auf Facebook posten oder hier unter dem Artikel. Ich bin neugierig darauf! Viel Spaß beim ausprobieren!



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  1. […] auch hierbei wieder… Wer ein wenig weiter runter scrollt wird das erste High Key Set entdecken, dass ich gepostet habe… Ja ich muss zugeben, ich mag im Studio weiches Licht.. ich […]


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